30 Jahre Jägerschaft BLK

Die Gründung
Die Jägerschaft des Kreises Naumburg wurde am 19.05. 1990 in Neidschütz im Kulturhaus der LPG Tierproduktion Neidschütz gegründet und am 21.06.1990 unter der Nummer VR 29 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Naumburg eingetragen.

So schlicht und einfach kann sich ein Prozess lesen, der durch die Ideen und Gedanken vieler jagdinteressierten Menschen, den Verein, Jägerschaft des Kreises Naumburg hervorgebracht hat. Erinnern wir uns. Im Ergebnis des 2.Weltkrieges wurde das ehemalige Deutsche Reich in zwei Teile gespalten. Aus denen durch die Siegermächte weitestgehend bestimmt, die beiden Staaten Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) hervorgegangen sind.

Die Mitglieder unserer Jägerschaft sind bei Gründung alle samt Bürger der DDR.
Die rechtlichen Grundlagen der Jagdausübung beruhten bei uns, auf dem Jagdgesetz der DDR vom 25.11.1953 und den in der Folgezeit erlassenen Verfügungen.

Im Rahmen der gesellschaftlichen Veränderungen die sich in den Jahren 1989 und 1990 vollzogen haben, zeichneten sich am Vorabend der Wiedervereinigung Deutschlands, auch entscheidende Veränderungen im Jagdrecht ab.

Im neugebildeten Land Sachsen/Anhalt hatte sich schnell eine Initiativgruppe zur Bildung eines politisch unabhängigen Landesjagdverbandes gebildet. In einem ersten Aufruf an alle Jagdgesellschaften wurde um Unterstützung für die Bildung des Landesjagdverbandes gebeten.
Am 28.04.1990 wurde in Dessau der Landesjagdverband Sachsen/ Anhalt gegründet.

Aus unseren Reihen waren vertreten: Erich Eggeling, Wolfram Hein, Dr. Axel Krebs, Wilfried Rolle, Günter Sieler und Dr. Dieter Schubert.

Alle Delegierten sind mit einem erhabenen „Wir“ Gefühl, wir Jäger, schöpferisch und konstruktiv in diese Gründungsversammlung gegangen und haben die Gründung des LJV S/ A vollzogen.
Mit dem Willen und dem Enthusiasmus von Dessau wurde die Jägerschaft des Kreises Naumburg am 19.05.1990 in Neidschütz gegründet.

Aus allen Bereichen und Betrieben der Land- Forst und Nahrungsgüterwirtschaft waren Leiter, Vorsitzende und Geschäftsführer vertreten, die diese Gründung aufmerksam und mit großem Interesse verfolgten.

Nach straffer Einlasskontrolle und Registrierung aller Teilnehmer konnte Roland Heinzl pünktlich um 8 Uhr im Namen der Initiativgruppe die Gründungsversammlung eröffnen.

Die Initiativgruppe bestand aus den Weidgenossen Hans Burghard und Günter Sieler aus der Jagdgesellschaft Klosterhäseler, Wolfram Hein und Wilfried Schneegaß aus der Jagdgesellschaft Löbitz, Wilfried Rolle und Roland Heinzl aus der Jagdgesellschaft Naumburg.

Am Ende der Versammlung wurde eine Satzung angenommen und ein erster Vorstand
gewählt. In freier und geheimer Wahl wurde ein erster Vorstand gewählt. Der setzte sich wie
folgt zusammen:

Vorsitzender: Wolfram Hein
Stell. Vorsitzender: Winfried Funkel
Stell. Vorsitzender : Wilfried Rolle
Schriftführer: Werner Richter
Schatzmeister: Marianne Rothe
Vorstandsmitglied Wild und Hege : Dr. Dieter Schubert
Vorstandsmitglied Ausbildung und Schießen : Kreisjägermeister D. Michaelis
Vorstandsmitglied Natur- und Umweltschutz: Dr. Adolf Bohn
Vorstandsmitglied Jagdgebrauchshundewesen: Josef Triska
Vorstandsmitglied Jagdliches Brauchtum : Winfried Köppert
Vertreter der Jagdleiter: Heinz Wendelmuth, Peter Guschigk, Reiner Welske

Die Jägerschaft begann ihre ehrenamtliche Tätigkeit mit 173 eingetragenen Mitgliedern.
Durch Spenden aus den ehemaligen Kassen der Jagdgesellschaften Klosterhäseler und Löbitz
wurden unterstützt durch Geldspenden einzelner Mitglieder eine erste Einnahme erzielt.
Damit konnten bis zur ersten offiziellen Beitragskassierung wichtige Dinge, wie Finanzierung
der Anmeldung des Vereines rechtskräftig realisiert werden.

Zu den Delegierten des 1.Landesjägertages in Magdeburg wurden die Weidgenossen:
Otto Hohenstein
Fritz Matthes
Gerold Rindfleisch
Reiner Welske
Dietrich Michaelis als Kreisjägermeister
Wolfram Hein als Vorsitzender
gewählt.

Auf allen Beratungen wurde damals die Losung aufgestellt, die bis heute Gültigkeit besitzt:
Einheitlich, geschlossen und aktiv auftreten und handeln- gemeinsam sind wir stark!
Eine Kreisreform war noch nicht in Sicht. Im Kreis Nebra wurde die Jägerschaft Unstruttal-
Finne gegründet, im Kreis Weißenfels der Jagdverein Weißenfels, in Hohenmölsen die
Jägerschaft Hohenmölsen und im Kreis Zeitz die Jägerschaft Zeitz. Eine Zusammenarbeit
fand auf der Ebene des Landesjagdverbandes intensiv statt. Die in der Folgezeit
stattgefundenen Kreisreformen haben die Zusammenarbeit verstärkt. Höhepunkt dieser
Zusammenarbeit war die Veranstaltung 1994 auf der Rudelsburg bei Bad Kösen unter der
Losung:

Naturschutz, Umweltschutz, und Jagd im Burgenlandkreis
Die Zusammenarbeit findet bis heute eine kameradschaftliche Fortsetzung.
Welche gesellschaftliche Bilanz kann bis heute gezogen werden?

Naturschutz

99,9 % aller naturschutzfachlichen Arbeiten und Aufgaben wurden mit dem privaten Geld
der Jäger finanziert und in der Freizeit ausgeführt.
Es gibt keine Gemeinde im Altkreis Naumburg wo Jäger durch Anpflanzung,
Lückenschließung, Ersatzpflanzung, Anpflanzen von Solitärbäumen Ihre Spuren hinterlassen
haben. Es wurden über 6 ha bepflanzt, davon 80% mit Sträuchern und 20 % mit Früchte
tragenden Bäumen. Große Projekte entstanden in Sieglitz, Schieben, Boblas, Löbitz und
Rehehausen.

Gleiches gilt für die Kopfweidenpflege mit über 220 Stück, sowie die Pflege von
Anpflanzungen und Gewässerstreifen.

Jedes Jahr werden viele Hektar Blühstreifen und niederwildfreundliche Aussaaten
ausgebracht und von Jägern finanziert.

Umweltschutz
Seit 1994 haben Jäger in unserer Natur über 300t Müll gesammelt, damit Natur, Natur sein
kann. Ob geklaute Autoteile, Farben und Lacke, Flaschen und Gläser, Fernseher und
Kühlschränke, Hausmüll, Kunststoffe, Reifen ,Schrott und Sondermüll. Dies alles in ihrer
Freizeit und kostenlos.

Tierschutz „Jagen ohne Hund ist Schund“
Dieser uralte Spruch hat nach wie vor seine Gültigkeit. Er zeigt wie stark Jäger den
Grundgedanken der weid-und tierschutzgerechten Jagd verinnerlicht haben. Ohne Hunde ist
dies nicht möglich. Das gilt für herbstliche Stöberjagden auf Reh, Wildschwein und Hirsch
genauso bei der Baujagd auf den Fuchs, das finden von Wild, das zum Beispiel durch einen
Verkehrsunfall verletzt wurde.

Der Einsatz von Jagdhunden basiert in Deutschland auf strengen gesetzlichen Regelungen,
die von Bundesland zu Bundesland variieren können. Grundsätzlich gilt aber, dass nur
brauchbare und geprüfte Hunde für die Jagd eingesetzt werden dürfen.
Innerhalb der Jägerschaft werden 69 Jagdgebrauchshunde geführt, die im harten täglichen
Einsatz stehen von der Ausbildung zum brauchbaren Jagdhund bis zur Schweißarbeit.

Öffentlichkeitsarbeit
Kultur erleben. Der Klang der Jagdhörner zieht viele in seinen Bann. 50 Jahre
Jagdhornblasen feiern wir dieses Jahr im HR Löbitz. Unsere Bläser ob Jung und Alt haben in
unzähligen Veranstaltungen viele unserer Mitbürger erfreut. Im Zusammenwirken Falkner,
Hundeführer und Jagdhornbläser verleihen die Jagdhörner im wahrsten Sinne des Wortes
diesen Veranstaltungen eine besondere Note.

Im Interesse der Erhaltung und Förderung des Jagdhornblasens veranstalten wir jährlich ein
Kinder und Jugendbläsercamp. Dazu laden wir Kinder herzlich ein. Und wo bist Du?

Frisches Wildbret – mehr Bio geht nicht!
Frisches Wildbret aus heimischen Revieren ist beim Jäger, Förster oder Wildhändler
erhältlich. Die Marke „Wild aus der Region“ garantiert die regionale Herkunft des Wildbrets
und das es ausschließlich von freilebenden Tieren stammt. Mehr Bio geht nicht!
Die Jägerschaft dankt allen Unterstützern für finanzielle oder materielle Hilfe, den Landwirtschaftsbetrieben und privaten Personen für Ihr stetes Engagement – Weidmannsdank!

Wir laden zu vielen Veranstaltungen 2020 ein, Höhepunkt am 13.06.2020 auf der Rudelsburg zur Veranstaltung: „Alles Jagd – wir laden ein!“
P.S. ein Wildschwein wartet auf seine Vertilgung sowie viele andere Überraschungen – Kinder dürfen gespannt sein!